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Der FSM Internet Guide für Eltern
Den Internet Guide für Eltern können Sie auch als pdf-Dokument downloaden.
Ebenso steht eine Langversion des Internetguide als pdf-Dokument zum Download für Sie bereit.
Dieser Internet Guide soll Eltern ermutigen, sich mit den neuen Technologien auseinanderzusetzen und ihnen aufzeigen, wie sie ihre Kinder an das Internet heranführen und vor problematischen Webinhalten schützen können. Der Internet Guide ist allerdings nur eine erste Einstiegshilfe und behandelt daher die benannten Themen keineswegs abschließend. Wir hoffen aber, Ihr Interesse an dem neuen Medium Internet zu wecken, so dass Sie sich anschließend vielleicht mit einigen Themen noch vertiefend auseinandersetzen.
1. Die wichtigsten Dienste im Internet
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Das World Wide Web (www)
Der bekannteste Dienst des Internets ist das World Wide Web (www). Schätzungen zufolge beträgt die Anzahl der Websites rund 4 Milliarden. Websites lassen sich jeweils über eine eindeutige Adresse (Uniform Resource Locator – URL) abrufen und bieten weltweiten Zugriff auf Dokumente und Bilder zu allen vorstellbaren Themen.
E-Mail
Electronic Mail (E-Mail) ist der am meisten genutzte Dienst im Internet. Die "elektronische Post" ermöglicht es, Texte, Bilder und Töne von einem Computer auf einen anderen sekunden-schnell und an jeden Ort der Welt zu übertragen.
Beachten sollten Sie, dass sich in den Anhängen von E-Mails Viren befinden können. Deshalb sollten Sie keine Anhänge von E-Mails öffnen, deren Absender Sie nicht zuordnen können.
Mailinglisten
Bei Mailinglisten werden Beiträge zu bestimmten Themen an zentrale Adressen geschickt und von dort automatisch an alle Interessenten versandt. Um teilnehmen zu können, muss man sich vorher per E-Mail in eine solche Liste eintragen lassen.
Newsgroups
Newsgroups sind öffentliche Foren, bei denen eine Anmeldung nicht erforderlich ist. Newsgroups kann man sich als schwarzes Brett vorstellen, auf dem jeder seine persönliche Meinung öffentlich wiedergeben kann.
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Chat
Es gibt sowohl öffentliche als auch privat organisierte Chaträume. Diese sind nach speziellen Gesprächsthemen geordnet. Will man über ein bestimmtes Thema sprechen oder Kontakt suchen, so kann man sich für einen solchen Chatraum anmelden. In diesem kann man sich dann in Echtzeit per Tastatur mit anderen über das jeweilige Thema "unterhalten". Die Anmeldung zu einem Chat erfolgt meist unter einem Spitznamen ("nickname"). Beachten Sie, dass die angegebenen persönlichen Daten (Alter, Geschlecht, Wohnort etc.) anderer Beteiligter der Realität nicht entsprechen müssen.
Suchmaschinen
Das Internet ist auf Grund der Vielzahl der angebotenen Inhalte und der Dynamik ein sehr unübersichtliches Medium. Suchmaschinen erleichtern den Umgang mit der Informationsmenge, die das Internet bietet, und helfen bei dem Auffinden des gewünschten Inhaltes. Die zur Zeit am meisten genutzte Suchmaschine ist "Google".
Tauschbörsen
Tauschbörsen, wie zum Beispiel "Gnutella" und "Kazaa", stellen insbesondere bei Kindern und Jugendlichen eine sehr beliebte Nutzung des Internets dar. Spezielle Software ermöglicht es, direkt auf die Rechner anderer Nutzer einer Tauschbörse zuzugreifen, um dort freigegebene Dokumente, Musik, Spiele, Filme und vieles mehr herunterzuladen. Problematisch ist, dass auch strafrechtsrelevante Dateien zum Tausch angeboten werden und der Tausch von Filmen, Spielen und Musik das Urheberrecht des Künstlers verletzen kann.
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2. Einige Gefahrenbereiche
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Suchmaschinen
Suchmaschinen sind sehr nützliche Instrumente. Problematisch wird Ihre Nutzung dann, wenn Kinder über Suchmaschinen auf Seiten stoßen, die sie nicht gesucht haben und die unter Umständen jugendgefährdende Inhalte präsentieren. Um diesem Risiko vorzubeugen, sollten Sie für Ihre Kinder als Startseite eine Suchmaschine für Kinder oder eine andere kindgerechte Seite einrichten. Eine Empfehlungsliste kindgerechter Seiten finden Sie hier.
Unerwünschte Werbemails (Spam)
Spam-Mails sind Werbe-Mails, die ohne Aufforderung an den Adressaten gesendet werden. Die Versender unerwünschter E-Mails haben zahlreiche technische Möglichkeiten, an die E-Mail Adressen der Internetnutzer zu gelangen. Spam-Mails werden zumeist zu Werbezwecken verwendet. Problematisch ist, dass oft pornografische Inhalte oder Verweise zu einschlägigen Webseiten in den E-Mails enthalten sind.
Damit Sie eine Flut von unerwünschten Spam-Mails vermeiden, sollten Sie sich eine alternative E-Mail-Adresse anlegen, die Sie außerhalb Ihrer privaten Kommunikation (z.B. für Info- und Angebotsanfragen oder in Chats und Foren) benutzen. Außerdem bietet es sich an, die Filterfunktionen Ihres E-Mail-Programms zu aktivieren und/oder Filterprogramme, die im Handel erhältlich sind, einzusetzen.
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Werbung
Auf Internetseiten wird Werbung durch sogenannte "Banner" und durch "pop-ups" (selbsttätig öffnende Werbefenster) angeboten. Die Art der Darstellung, z.B. blinkend, zieht Kinder magisch an, diese Felder anzuklicken.
Datenschutz
Ermahnen Sie Ihre Kinder eindringlich, keinerlei persönliche Angaben, wie z.B. Name, Adresse, Telefonnummer usw. innerhalb des Internets, d.h. z.B. in Chats, Foren, Gästebüchern, Anmeldeformularen anzugeben. Erklären Sie Ihren Kindern, dass solche Angaben der Schlüssel zur Beschaffung weiterer persönlicher Daten sind und sie sich mit deren Weitergabe vielfältigen Gefahren aussetzen (z.B. im Falle einer Adressenangabe/ Telefonnummer – Belästigung durch fremde Personen in der virtuellen aber auch in der realen Welt z.B. auf dem Schulweg oder über das Telefon).
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3. Praktische Tipps für Eltern für ein sicheres Surfen ihrer Kinder
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Medienkompetenz und soziale Kontrollmechanismen
Medienkompetenz bezeichnet "die persönlichen, individuellen Kenntnisse und Fähigkeiten, mit den Medien umzugehen". Gemeint sind sowohl die traditionellen Medien wie Zeitung, Radio und Fernsehen oder – besonders in jüngster Zeit – die Neuen Medien wie Computer und Internet. Medienkompetent sein, bedeutet für den Einzelnen kurz gefasst: "Die Medien nutzen können – kritisch, selbstbestimmt und reflektiert" (Medienkompetenz Netzwerk NRW: Medienkompetenz auf einen Blick, 2001).
Eltern können ihre Kinder am besten vor den negativen Seiten des Internets schützen, indem sie gemeinsam mit ihren Kindern Medienkompetenz aufbauen.
- Bevor Sie also einen Rundgang mit Ihrem Kind im Internet machen, sollten Sie sich selbst über das Angebot für Kinder informieren. Nicht alle für Kinder angebotenen Seiten sind auch wirklich für diese geeignet. Die FSM hat einige empfehlenswerte Kinderseiten für Sie zusammengestellt.
- Surfen Sie zunächst mit Ihrem Kind gemeinsam.
- Begrenzen Sie die Zeit, die Ihr Kind im Internet verbringt, und achten Sie darauf, dass es andere Freizeitaktivitäten nicht vernachlässigt.
- Zeigen Sie Ihren Kindern nur moderierte, d.h. überwachte Chats.
- Stellen Sie zunächst den Computer nicht in das Kinderzimmer, sondern an einen Platz in Ihrer Wohnung, der häufig frequentiert wird und somit eine schnelle Kontrolle sowie das Vorhandensein eines Ansprechpartners gewährleistet.
- Sprechen Sie mit Ihrem Kind über problematische Angebote des Internets. So ist es nicht unvorbereitet, wenn es auf eine Seite kommt, die nur für Erwachsene gedacht ist.
- Ermuntern Sie Ihr Kind, alle ihm begegnenden Merkwürdigkeiten mit Ihnen zu besprechen.
Technische Lösung: Filtersoftware
Die Installation von Filtersoftware ist ein geeignetes Mittel, unerwünschte Inhalte aus dem Internet herauszufiltern, und ist als ergänzende Maßnahme daher geboten. Es ist allerdings zu bedenken, dass keine Filtersoftware absoluten Schutz garantieren kann und Eltern und Erzieher als Ansprechpartner unersetzlich sind.
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Die Funktionsweise von Filtern:
Entweder werden Seiten mit problematischen Begriffen automatisch gesperrt oder über (Negativ-)Listen problematische Seiten aussortiert. Weil die Filter sich nicht eigendynamisch an neue Gegebenheiten anpassen können, ist es notwendig, die Filterbedingungen stets zu aktualisieren. Eine andere Art von Filterprogrammen liest die Eigenklassifikation der Anbieter, das sogenannte "page-labelling" aus. Neben kommerziellen Filterprodukten, die Häufig Bestandteil von Internet Security Suites sind, gibt es auch frei verfügbare Jugendschutzfilter.
Beschwerdestelle
Sollten Sie im Internet auf Inhalte stoßen, die Sie im Bereich des Jugendmedienschutzes für strafrechtrelevant oder jugendgefährdend halten, können Sie sich an die Beschwerdestelle der FSM wenden.
Beschwerdeverfahren
Wenn eine Beschwerde bei der FSM eingeht, wird zunächst überprüft, welchen Inhalt die Beschwerde hat. Wird dabei festgestellt, dass es sich um Kinderpornografie handelt, wird die Fundstelle unmittelbar an das Bundeskriminalamt weitergeleitet, das dann die polizeilichen Ermittlungen einleitet.
Bei anderen Inhalten, die gegen gesetzliche Vorgaben verstoßen, wie z.B. offen zugängliche Pornografie, Radikalismus oder Gewaltdarstellungen, wird zunächst der Inhalteanbieter aufgefordert, sein Angebot zu ändern oder zu entfernen. Sollte dies keinen Erfolg haben, wird der Internet Service Provider (ISP) aufgefordert, den illegalen Inhalt aus dem Internet zu nehmen.
Bei beanstandeten Angeboten, die nicht in Deutschland sondern im Ausland ihren Ursprung haben, arbeitet die FSM so weit wie möglich mit Partnerorganisationen in den entsprechenden Ländern zusammen. Der Beschwerdeführer wird über den Verlauf und das erzielte Ergebnis des Beschwerdeverfahrens unterrichtet.
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